Wirtschaftsstandort

Warum starke Banken für den Werkplatz unverzichtbar sind

Warum starke Banken für den Werkplatz unverzichtbar sind

13.5.2026

Eine starke Schweizer Grossbank und Rahmenbedingungen ohne Überregulierungen – das fordert Barend Fruithof. Der CEO des Industriekonzerns Aebi-Schmidt ist überzeugt: Hohe Kapitalanforderungen könnten am Ende die ganze Industrie bremsen.

Vom Bauernhof über die Bank zum Industrie-CEO: Barend Fruithofs Werdegang zeigt, wie eng Banken und Werkplatz verbunden sind. Als Landwirt lernte er zuerst körperliche Arbeit kennen. Später war er rund 25 Jahre als Banker tätig; als Firmenkundenbanker und in Führungsfunktionen bei Banken wie Raiffeisen und der Credit Suisse.

In dieser Zeit erlebte er, was Unternehmen brauchen: verlässliche Finanzierung, schnelle Entscheidungswege, Verständnis für Risiken und Märkte. Heute führt er Aebi Schmidt, einen globalen Industriekonzern – und weiss, wie zentral ein starker Bankenplatz für den Wirtschaftsstandort Schweiz ist.

Angekratztes Banken-Image

Doch die Schweizer Bevölkerung betrachte die Finanzinstitute mit zunehmender Skepsis – und das bereitet Fruithof Sorgen: «Seit der Finanzkrise und dem Ende der Credit Suisse ist der Stolz auf die Schweizer Banken verloren gegangen».

Er beobachtet, dass viele die Bedeutung des Bankenplatzes unterschätzen, wenn sie glauben, Firmen kämen vor allem wegen der Steuervorteile in die Schweiz. Fruithof widerspricht: Es gehe um politische Stabilität und ein gutes Bankensystem.

«Diesem Modell sollten wir Sorge tragen», sagt der CEO. Denn für die Schweiz sei besonders das Private Banking sehr wichtig: «Es bringt Geld ins Land, das dann wieder in Form von Krediten in den Markt gegeben wird.»

Warnung vor übermässiger Regulierung

Gleichzeitig hat sich das regulatorische Umfeld der Grossbanken stark verändert. Für Fruithof ist dabei vieles nachvollziehbar, ein Teil sei aber übertrieben. Nach dem CS-Untergang brauche es zwar Anpassungen, aber: «man sollte jetzt nicht das Kind mit dem Bade ausschütten».

Die Gefahr: Wenn eine Grossbank «mit übermässigen Kapitalanforderungen belastet» werde, entstehe ein Wettbewerbsnachteil – mit Folgen für die Volkswirtschaft.

Dazu nennt Fruithof ein Beispiel aus seinem eigenen Haus: Bereits ein Prozent mehr Zins auf einen grossen Kredit mit einer Laufzeit von drei Jahren könne bei Aebi Schmidt die Entwicklung einer neuen Maschine verhindern.

Diversität des Bankenplatzes zentral

Fruithof plädiert deshalb für eine starke Schweizer Grossbank und einen vielfältigen Bankenplatz. Er sei erstaunt über Stimmen, die eine Abwanderung der UBS ins Ausland akzeptieren würden: «Wir sollten alles dafür tun, dass sie hier in der Schweiz bleibt und gute Rahmenbedingungen hat.» Gerade für international tätige Unternehmen wie Aebi Schmidt sei eine starke Grossbank im Heimmarkt unverzichtbar.

Zugleich betont er die Vielfalt des Schweizer Finanzplatzes: Es brauche Kantonal- und Regionalbanken, die KMU und Privatkunden vor Ort kennen und versorgen. Und es brauche Institute wie Vermögensverwaltungen und Privatbanken, die ergänzende Rollen übernehmen.

Denn: Ohne Banken kein Werkplatz – und ohne Werkplatz verliert auch der Finanzplatz seine Basis.

Das ganze Gespräch gibt es im Podcast «Zuhause in zwei Welten» zu hören.

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