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Kein Export ohne Banken: Die unsichtbare Infrastruktur hinter dem Schweizer Erfolg

Kein Export ohne Banken: Die unsichtbare Infrastruktur hinter dem Schweizer Erfolg

20.4.2026

Uhren, Kaffee, Gold und Medikamente – ihr Export ist für den Erfolg der Schweiz entscheidend. Doch ein gutes Produkt allein reicht nicht: Export muss auch finanziert und abgesichert werden. Banken unterstützen dabei mit der nötigen Infrastruktur.

Der Export von Waren ist ein wichtiger Pfeiler des Schweizer Wohlstands. Rund 45 Prozent des Bruttoinlandsprodukts wird über den Verkauf von Gütern im Ausland erwirtschaftet.

Doch internationale Geschäfte sind komplex: Käufer und Verkäufer kennen sich oft nicht, es gelten unterschiedliche rechtliche Grundlagen, fremde Währungen sind ein Thema und Prozesse dauern lange.

Damit Schweizer Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen weltweit anbieten können, schaffen Banken die notwendigen Rahmenbedingungen für eine stabile Finanzierung.

Liquidität als Schmiermittel für den Handel

Bankkredite ermöglichen Unternehmen, Aufträge anzunehmen, ohne ihre eigene Liquidität übermässig zu belasten. Denn internationale Geschäfte binden Kapital: Zwischen Bestellung, Produktion, Versand und Zahlungseingang können Monate vergehen.

Das sind die häufigsten Kreditgründe: 1. Für die Produktion (Vorfinanzierungskredit/Fabrikationskredit), 2. als Überbrückung für den Zeitraum zwischen Vertragsabschluss oder Lieferung und der Bezahlung durch den Käufer (Lieferantenkredit oder Bestellerkredit und Forfaitierung).

Absicherung gegen Risiken

Typisch ist für diese Art Kredite: Banken tragen in der Regel das Risiko eines Zahlungsausfalls des Käufers – abgesichert durch private Exportkreditversicherungen. Damit Export auch in instabile Länder möglich ist, gibt es zusätzlich die öffentlich-rechtliche Schweizerische Exportrisikoversicherung (SERV). Sie deckt auch das Risiko «Höhere Gewalt» ab.

Insbesondere bei langen Lieferzeiten besteht zudem das Risiko, dass zwischen Vertragsabschluss und Zahlung die Fremdwährung an Wert verliert und der Exporteur entsprechend weniger erhält. Solche Kursrückgänge können die Marge erheblich schmälern. Doch Unternehmen können sich vor solchen Verlusten schützen: Etwa indem sie über Devisentermingeschäfte das Währungsrisiko absichern.

Handelsbeziehungen erfordern Vertrauen

Neben der finanziellen Infrastruktur ist für den erfolgreichen Aussenhandel das Vertrauen zwischen den Handelspartnern essenziell. Banken bieten dafür die nötige Sicherheit. Bankgarantien stellen die Vertragserfüllung vonseiten des Exporteurs sicher und Akkreditive garantieren die Zahlung durch den Importeur.

Zusätzlich erleichtern Banken die Erschliessung neuer Märkte, da sie über lokale Marktkenntnisse und internationale Korrespondenzbank-Netzwerke verfügen. Diese Unterstützung ist besonders beim Aufbau neuer Kundenbeziehungen relevant – und damit besonders in bewegten geopolitischen Zeiten entscheidend.

2025 führten die Handelskonflikte mit den USA etwa dazu, dass viele Schweizer KMU Südostasien und Europa als zunehmend wichtigere Absatzmärkte einschätzen und die USA an Bedeutung verliert.

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Die ganze Schweiz profitiert

Die Finanzierung und Sicherheit die Banken im Export bieten, ist insbesondere für KMU entscheidend. Denn im Gegensatz zu Grossunternehmen verfügen sie oft über weniger finanzielle Reserven und keine eigenen Instrumente zur Währungsabsicherung.

Somit sind die Kredite von Banken ein volkswirtschaftlicher Hebel: Sie ermöglichen Unternehmen mehr Exportumsatz als es ihnen mit den eigenen finanziellen Mitteln möglich wäre. So steigen Bruttoinlandsprodukt und Steuereinnahmen und der internationale Technologie- und Wissensaustausch wird intensiviert.

Da KMU rund 40 Prozent des gesamten Exportvolumens stellen, wirkt die Exportunterstützung nicht nur in den Schweizer Ballungszentren der Grossunternehmen – sondern kommt dem ganzen Land zugute.

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