Wirtschaftsstandort Schweiz
Investitionen, die wirken: Wie die Schweiz Fortschritt fördert
Investitionen, die wirken: Wie die Schweiz Fortschritt fördert

«Impact Investing» verbindet Rendite und gesellschaftliche Wirkung. In der Schweiz ist das nicht Trend, sondern Tradition: Banken und internationale Organisationen schaffen ein stabiles Ökosystem, das gute Bedingungen für wirkungsorientiertes Investieren bietet.
Geld ist nie neutral. Es entscheidet mit darüber, welche Ideen zum Fliegen kommen, welche Technologien entwickelt werden und welche Unternehmen Erfolg haben. Hier setzt Impact Investing an: Das Ziel ist, finanzielle Mittel so einzusetzen, dass sie neben einer Rendite auch einen messbaren gesellschaftlichen oder ökologischen Nutzen schaffen.
Ein Beispiel dafür sind Mikrokredite. Investoren können mit ihrem Geld etwa Frauen beim Aufbau eines Nähateliers unterstützen oder Saatgut für Kleinbauern finanzieren. Im Gegenzug erhalten sie einen Teil der Zinszahlungen der Kleinstunternehmerin oder des Kleinbauern.
Schweizer Impact seit 1995
Die Schweiz zählt zu den Vorreitern des Impact Investing. Bereits 1995 beteiligte sich das Bundesamt für Aussenwirtschaft (heute: Staatssekretariat für Wirtschaft, SECO) an «Profund», einem der ersten kommerziellen Investitionsfonds für Mikrokredite.
Die Verbindung aus Philantropie und Geldanlage war erfolgreich: Der Fonds stellte knapp einer Million Kleinstunternehmen Kapital zur Verfügung und erzielte über seine gesamte Laufzeit von 10 Jahren eine Rendite von 7%.
Heute erfreut sich Impact Investing immer grösserer Beliebtheit. In den vergangenen fünf Jahren hat sich das Investitionsvolumen des globalen Marktes verdoppelt. Und die Schweiz trägt dazu einen bedeutenden Teil bei: Rund 12% des weltweit erfassten Vermögens von Private Asset Impact Funds – also wirkungsorientierten Fonds für nicht börsenkotierte Anlagen – werden in der Schweiz verwaltet. Einen höheren Anteil halten lediglich die USA mit 26%.
«Blended Finance»: Gebündelte Finanzkraft
Dass die Schweiz heute zu den wichtigsten Akteuren im Impact Investing zählt, kommt nicht von ungefähr. Einerseits verfügt sie über eine lange Tradition in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit. Andererseits zählt der Schweizer Finanzplatz zu den weltweit führenden Zentren der Vermögensverwaltung.
Diesem Ökosystem ist beispielsweise die SDG Impact Finance Initiative (SIFI) entsprungen – eine Kollaboration der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), des SECO und der UBS Optimus-Stiftung. Die Initiative hat es sich zum Ziel gesetzt, 1 Milliarde Franken zu mobilisieren. Dieses Geld soll Unternehmen unterstützen, die dazu beitragen, die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDG) zu erreichen.
DEZA, SECO und UBS unterstützen die Fonds-Plattform nicht nur mit Fachwissen, sondern auch mit rund 30 Millionen Franken Kapital. Im Rahmen eines Finanzierungsmodells, das als «Blended Finance» bezeichnet wird, übernehmen öffentliche und philanthropische Gelder einen wesentlichen Teil des Risikos und schaffen so Anreize für institutionelle und private Investoren, sich an Projekten zu beteiligen, die sonst gar nicht oder nur schwer finanzierbar wären.
Von Mikrokrediten zu Solarparks
Banken übernehmen im Impact Investing eine skalierende Rolle: einerseits, indem sie wie bei SIFI über Investments bankeigener Stiftungen zusätzliches privates Kapital mobilisieren. Und andererseits, indem sie selbst Anlageprodukte und -lösungen entwickeln, die es insbesondere auch Privatkundinnen und -kunden ermöglicht wirkungsvoll zu investieren.
Damit gestalten Banken den Markt aktiv mit, so dass Impact Investing heute weit mehr umfasst als Mikrokredite. Auch soziale und grüne Obligationen, oder nachhaltige Infrastukturfonds gehören dazu. Weitere Themen wie zum Beispiel Biodiversität zeichnen sich bereits ab.
Gleichzeitig wandeln sich durch das Engagement der Finanzinstitute auch die Geldgeber. Heute steht Impact Investing nicht mehr nur der Pensionskassen, Stiftungen und Privatvermögenden offen. Banken ebnen auch Kundinnen und Kunden mit kleinerem Vermögen den Weg zu wirkungsorientierten Investments. Ein Beispiel ist die Migros-Bank, die gemeinsam mit dem Fintech Inyova Direktinvestitionen in erneuerbare Energieprojekte ermöglicht.
Auch nachhaltige Investments können Impact haben
Trotz des wachsenden Marktes bleiben Impact Investments eine Nische: Nur rund 1% aller weltweit verwalteten Vermögen werden nachweislich für wirkungsorientierte Investitionen eingesetzt. Zum Vergleich: Der Markt mit nachhaltigen Investments macht bereits 13% aus.

Um das Verhältnis der Anlagekategorien richtig einzuordnen, ist es wichtig zu wissen: Für das Label Impact Investment ist es zwingend notwendig eine messbare ökologische oder soziale Wirkung nachzuweisen. Das muss aber nicht zwangsläufig bedeuten, dass nachhaltige Anlagestrategien keine solche Wirkung haben.
Mehr als die Hälfte der Anlagefonds aller Schweizer Banken sind nachhaltig. 69% der Gelder fliessen in nachhaltige Fonds, sodass diese stärker wachsen als konventionelle. Das zeigt: Kundinnen und Kunden wollen ihr Kapital bewusst so einsetzen, dass es einen positiven Effekt hat – ob mit detailliertem Wirkungsreporting oder ohne.






