Hypotheken

Der Traum vom Eigenheim – bleibt er realisierbar?

Der Traum vom Eigenheim – bleibt er realisierbar?

23.4.2026

Immer weniger Menschen können sich Wohneigentum leisten. Die Leiterin Immobilien Research der Zürcher Kantonalbank, Ursina Kubli und Lorenz Laich, CEO der Clientis BS Bank Schaffhausen erklären, wieso Hypotheken nicht nur für Käuferinnen und Käufer, sondern auch für die regionale Wirtschaft wichtig sind. Und weshalb der nächste Generationenwechsel Entspannung am Immobilienmarkt bringen könnte.

Für einige ist er schon greifbar, für viele in weiter Ferne: der Traum vom eigenen Haus. Wohneigentum gilt als Symbol für Sicherheit – emotional wie finanziell. Doch in der Schweiz ist dieser Traum zunehmend schwierig zu erreichen.

«Für viele Familien ist es kaum mehr möglich, Wohneigentum zu kaufen», sagt Ursina Kubli, Leiterin Immobilien Research bei der Zürcher Kantonalbank. Hierzulande wohnen nur rund 40 Prozent der Menschen in den eigenen vier Wänden. Damit ist die Schweiz europaweit Schlusslicht.

Und eine Studie der Zürcher Kantonalbank zeigt: Im Kanton Zürich können sich nur 9 Prozent der 30- bis 40-jährigen Mieterinnen und Mieter ein Einfamilienhaus leisten. «Das ist ernüchternd», so Kubli.

«Auch früher konnte sich nur ein begrenzter Kreis von Personen Wohneigentum leisten. Aber diese Situation hat sich über die letzten Jahrzehnte akzentuiert», sagt auch Lorenz Laich, CEO der Clientis BS Bank Schaffhausen. «Viele junge Personen, die heute Wohneigentum erwerben, können das nur mit Unterstützung der Eltern.»

Hypotheken als Kerngeschäft der Banken

Wird der Traum vom Wohneigentum greifbar, kommen Banken ins Spiel. Sie finanzieren, beraten und tragen Verantwortung für nachhaltige Lösungen. Das Hypothekargeschäft bleibt ein Kernbereich des Schweizer Finanzplatzes – besonders von Regionalbanken. Sie kennen den Markt, bewerten Risiken realistisch und bleiben Ansprechpartner über Jahre hinweg. «Der lokale Bezug ist zentral – man muss den Markt verstehen», so Laich.

Aber auch für grosse Institute wie die Zürcher Kantonalbank zählt die Finanzierung zu den wichtigsten Aufgaben: über 100 Milliarden Franken an ausstehenden Hypotheken zeigen das Gewicht im Portfolio. Kubli betont: «Wenn man ein Eigenheim kauft, dann kommen sehr schnell auch andere Themen wie Erbschaften und Vorsorge ins Spiel. Diese Themen kann eine Universalbank, wie die Zürcher Kantonalbank beispielsweise, zusätzlich abdecken.»

Denn Wohneigentum ist ein Ziel, das sorgfältig geplant sein will. Dabei gilt immer: Jede Finanzierung muss langfristig tragbar bleiben und den unterschiedlichen Lebenssituationen Rechnung tragen.

Das lokale Gewerbe profitiert

Hypotheken bringen auch Bewegung in die regionale Wirtschaft. Bauunternehmen, Handwerksbetriebe, Architekturbüros – sie alle profitieren direkt vom Hausbau und von Renovationen.

«Das regionale Gewerbe spürt die Nachfrage – nicht nur bei Neubauten, sondern auch bei der Erhaltung der Substanz», sagt Laich.

Generationenwechsel könnte Entspannung bringen

Der demografische Wandel könnte die angespannte Situation langfristig lockern: Generationen wechseln, und alte Häuser kommen auf den Markt. «Wenn ältere Eigentümerinnen und Eigentümer ihre Häuser irgendwann nicht mehr bewohnen, kommt Substanz zurück auf den Markt», schätzt Kubli. Das könnte das Angebot erhöhen und den Druck etwas mindern.

Der Wunsch nach Wohneigentum wird vermutlich bleiben: Gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheit suchen viele Schutz in realen Werten – und das eigene Heim bleibt einer der beständigsten.

Das ganze Gespräch gibt es im Podcast «Ist der Traum vom Eigenheim für viele bereits ausgeträumt?» zu hören.

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