Vermögensaufbau

Wie Finanzwissen wirkt

Wie Finanzwissen wirkt

20.1.2026

Viele schrecken vor Investitionen an den Finanzmärkten zurück – weil das Wissen fehlt. Die Banken stärken deshalb gezielt die «Financial Literacy» der Bevölkerung.

Viele Schweizerinnen und Schweizer wünschen sich mehr finanzielle Freiheit – sie träumen von grossen Reisen, einem Eigenheim oder der Frühpensionierung. Das belegen diverse Studien. Und doch parkiert über die Hälfte der Bevölkerung ihr Geld auf dem Sparkonto, statt es zu investieren.

Dabei spricht die Erfahrung für die Finanzmärkte:

Wer vor 30 Jahren 1000 Franken auf ein Schweizer Sparkonto einzahlte, steht heute dank einem durchschnittlichen Zinssatz von 0.9% mit knapp 1310 Franken da. Die durchschnittliche Rendite von 8% der Schweizer Aktienanlagen ermöglichte hingegen einen Vermögensaufbau auf rund 10'000 Franken.

Fehlendes Wissen bremst den Vermögensaufbau

Die Zahlen zeigen: Wer sein Geld an den Finanzmärkten anlegt, kann langfristig ein Vermögen aufbauen. Trotzdem ist rund ein Drittel der Sparerinnen und Sparer nicht investiert, weil es ihnen laut Selbsteinschätzung an Wissen fehlt. Kommt hinzu: Viele glauben, ihr Vermögen sei zu gering, um es anzulegen.

Geringes Wissen und ein vermeintlich geringes Vermögen halten viele Menschen in der Schweiz davon ab, ihr Geld an den Finanzmärkten zu investieren. «Dabei ist der Anlagemarkt so zugänglich wie nie zuvor», sagt Finanzblogger Thomas Kovacs. Digitale Anlage- und Vorsorgelösungen ermöglichen einen einfachen Einstieg – unabhängig von der Höhe des Vermögens.

Financial Literacy ist wichtiger denn je

Die Zunahme an Anlage-Möglichkeiten kommt zur richtigen Zeit. Matthias Geissbühler, Chief Investment Officer bei Raiffeisen, betont: «Wer heute nur spart, kann kein Vermögen aufbauen.»

Denn: Tiefe Zinsen und Inflation sorgen dafür, dass Geld auf dem Sparkonto real an Wert verliert.

Finanzkompetenz gewinnt damit an Bedeutung. Auch, weil die Einfachheit und Zugänglichkeit heutiger Angebote zu Spekulation verführen können – statt langfristigem Vermögensaufbau.

Risiken und Chancen in der digitalen Wissenswelt

Gerade in sozialen Medien kursieren viele Informationen, die unseriös sind. «Junge Anlegende werden so in spekulative Anlageklassen gedrängt», warnt Geissbühler.

Für ihn ist klar: Banken müssen niederschwellige digitale Angebote bereitstellen, denn: «Viele junge Menschen haben Hemmungen mit einem Kundenberater zu sprechen.»

Gleichzeitig steht für Geissbühler ausser Frage: Wer finanzielle Entscheidungen trifft, sollte sich professionell beraten lassen. «Wenn ich krank bin, gehe ich schliesslich ja auch zum Arzt».

Wie Banken zur Financial Literacy beitragen

Finanzblogger Thomas Kovacs findet: Erste Anlageschritte könnten durchaus alleine unternommen werden: «Ich gehe auch nicht zum Arzt, um zu lernen, was gesunde Ernährung ist.»

Selbstständiges Ausprobieren mit kleinen Beträgen gehört laut Kovacs zur Finanzbildung – ebenso wie die Lektüre von Informationsangeboten. Mit wachsendem Vermögen werde die Beratung durch Bank-Experten jedoch zunehmend wichtiger.

Seine Erfahrung zeigt: «Viele junge Menschen starten mit Krypto-Apps und finden später den Weg zu traditionellen Anbietern wie Banken.» Diese punkten auch beim Finanzblogger – durch ihre hohe Vertrauenswürdigkeit.

Vermögensplanung ist mehr als nur Geld vermehren

Für Matthias Geissbühler geht eine Bankbeziehung jedoch weit über die Anlageberatung hinaus. «Anlegen ist nur ein Element der Vermögensplanung.»

Im Laufe des Lebens kommen Fragen über Vorsorge, Steuern und Wohneigentum hinzu. Diese ganzheitliche Beratung bieten laut Geissbühler nur Banken.

Und diese wird genutzt. Das zeigt eine Studie der Hochschule Luzern: Rund die Hälfte der investierenden Schweizer Bevölkerung treffen ihre Anlageentscheide gemeinsam mit einem Bankberater oder Vertrauten.

Und die Vermögensberatung der Banken wirkt auch gesamtwirtschaftlich: Finanziell stabile Schweizerinnen und Schweizer stützen den nationalen Wohlstand, indem sie Kaufkraft, Investitionen und wirtschaftliche Stabilität gewährleisten.

Das ganze Gespräch zwischen Matthias Geissbühler und Thomas Kovaks gibt es im Podcast «Wie werde ich reich: sparen oder investieren?» zu hören.

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