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Was Schweizer Banken einzigartig macht – es ist nicht die Verwaltung von über 9000 Milliarden
Was Schweizer Banken einzigartig macht – es ist nicht die Verwaltung von über 9000 Milliarden

Banken verbinden Haushalte, Firmen und Staat – und halten damit die Wirtschaft am Laufen. Warum vieles stillstünde ohne Banken und wieso der Schweizer Bankenplatz ein Exportschlager ist, weiss Swiss Banking-CEO Roman Studer.
Banken sind tagtäglich mitten in unserem Leben: etwa, wenn der Lohn auf dem Konto landet, die Kreditkarte im Online-Shop funktioniert oder die Miete automatisch abgebucht wird.
Zudem sichern sie Erspartes und ermöglichen Anlagen an den Finanzmärkten. Banken verwalten Vermögen inländischer Kunden im Wert von über 5000 Milliarden Franken.
Fehlt es an Kapital, etwa beim Hauskauf oder der Entwicklung neuer Produkte, stellen sie Kredite bereit: derzeit rund 1400 Milliarden. Ohne diese Geldflüsse käme vieles ins Stocken.
«Wir alle nutzen täglich Dienstleistungen von Banken – oft unbemerkt», sagt der CEO von Swiss Banking Roman Studer. «Für mich sind Banken der Blutkreislauf der Gesamtwirtschaft: Sie verbinden Haushalte, Firmen und den Staat über alle Geldströme hinweg.»
In der Schweiz ist das besonders ausgeprägt, denn unser Finanzplatz hat international eine herausragende Bedeutung: Während der Finanzsektor in Nachbarländern etwa 4 Prozent der Wertschöpfung ausmacht, sind es hier rund 9 Prozent.
Swiss Banking: Exportschlager und Gesamtpaket
«Die Schweiz hat ein Paket, das wahnsinnig schwierig zu replizieren ist», sagt Studer. Dazu zählen stabile Institutionen, eine verlässliche Währung, politische Neutralität und ein erstklassiges Bildungssystem.
«Banken bestehen letztlich aus Menschen: qualifizierten Fachkräften, die Kundinnen und Kunden beraten und Technologie intelligent einsetzen. Diese Kombination aus Know-how und Verantwortung macht den Unterschied – gerade im digitalen Zeitalter.»
Stabilität in Krisenzeiten
Krisen wie der Untergang der Credit Suisse und geopolitische Unsicherheiten haben das Vertrauen der Bevölkerung herausgefordert. Gleichzeitig wächst der Wettbewerb mit Finanzplätzen wie Hongkong, Singapur oder Dubai, die mit Milliardenbeträgen um Unternehmen und Vermögen werben – oft eng verzahnt mit staatlicher Förderung.
Gerade in solchen Zeiten, betont Studer, zählen die Schweizer Stärken wie Stabilität, Neutralität und Rechtssicherheit. Hinzu kommt die Vielfalt des Finanzplatzes: Rund 230 Banken sorgen für Diversifikation.
Von der Schweiz aus werden weltweit über 9000 Milliarden Franken verwaltet: ein historischer Höchststand. Studer sieht zuversichtlich in die Zukunft: «Das Schweizer Banking wurde schon mehrfach totgesagt – und steht heute global so stark da wie nie.»








